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Mallorca, 2. September – Jetzt, während der Öffnungszeiten, sind die schweren Eisengitter vor den Fenstern und der Eingangstür verschwunden. Doch das kleine Geschäft in einem Industriegebiet in Palma macht noch immer einen gut gesicherten Eindruck. Wer Einlass verlangt muss klingeln, erst dann wird die Tür geöffnet. Eintreten darf nur, wer älter als 18 ist. Schilder weisen darauf hin, dass der Laden per Videokamera und Alarmanlage überwacht wird. Das mag kein Wunder sein, denn in dem Geschäft wandert vor allem Edelmetall über den Ladentisch. "Compro Oro", "ich kaufe Gold", steht über dem Schaufenster, und der Name ist Programm. Die unansehnliche Klitsche ist ein Ort, an dem Interessierte ihre Eheringe, Schmuck und Geschmeide, aber auch das geerbte Zahngold der Vorfahren loswerden können - gegen Bargeld. Seit Beginn der Wirtschaftskrise befinden sich die Goldankäufer auf den Inseln im Hochbetrieb. In Palma eröffneten eine Reihe dieser Läden, selbst auf Menorca ist seit November eine "Casa de Oro" zu finden. In Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit und finanziellen Engpässen versucht so mancher Besitzer von Goldkettchen oder Münzen, den Besitz zu "versilbern", um über die Runden zu kommen. Gold ist gefragter denn je. In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Preis für das Edelmetall verdreifacht. Kostete die Feinunze Gold im Jahre 2004 knapp 400 US-Dollar, sind es derzeit über 1200 Dollar. Die Feinunze Gold, das sind 31'1 Gramm oder 1'097 der Gewichtseinheit Unze. Wem das zu theoretisch ist, der nehme diese Einheit: Ein Kilo Gold wird derzeit mit rund 30.800 Euro notiert. Begüterte Anleger, die aufgrund der Bankenkrise und den hochverschuldeten Staatshaushalten dem internationalen Währungssystem nicht mehr so recht trauen, investieren Teile ihres Vermögens in Gold. Das bringt zwar anders als ein Sparguthaben oder Aktien weder Zinsen noch Dividenden, im Banksafe fallen auch noch Einlagerungsgebühren an. Doch selbst wenn die gesamte Weltwirtschaft zusammenbrechen und zum Teufel gehen sollte, bleibt Gold als nahezu unverwüstliches Material wertbeständig. Gold ist eben Gold. "Ich habe hier ein Goldkettchen und einen Kreuzanhänger", sagt der Mann und will wissen, was er dafür bekommt. Die Verkäuferin reibt das Metall an einen schwarzen Stein, dort bildet sich ein metallischer Glimmer. Mit einer Pipette tropft sie ölige Säure darauf. Ist das Gold hochwertig, bleibt der Glanz bestehen. Andernfalls verfärbt sich der Glimmer schwarz. "Keine Ahnung, was das hier für Chemikalien sind", sagt die Mitarbeiterin, "ich weiß nur, wie ich damit umgehen muss." Dem Schmuck selbst macht die Reibung an dem Stein gar nichts aus. Tatsächlich ist das Kruzifix nur von minderer Qualität, die Kette weist dagegen einen Feingoldgehalt von "18k" auf. Das "k" steht für Karat, im Spanischen hingegen für "quilate", der Gewichtseinheit für Feingold. Daran lässt sich ferner ersehen, aus wieviel Prozent reinem Gold die Kette besteht, und wieviel Prozent andere Metalle als Legierungen hinzugesetzt wurden. 18k steht auch für einen Feingoldgehalt von 750/000. Das bedeutet, die Kette besteht zu 75 Prozent aus reinem Gold, dem sogenannten Feingold. Für die 16'3 Gramm schwere Kette bietet die Käuferin zum aktuellen Tagessatz 195 Euro. Will der Mann den Schmuck loswerden, muss er sichausweisen und seine Personaldaten hinterlegen. Doch jetzt, wo er weiß, dass er tatsächlich ein hochwertige Goldkette besitzt, will er sie lieber doch selbst behalten. Es sei üblich, dass die Ankäufer Preise unter den jeweiligen Tagesnotierungen für Gold bezahlen, sagt ein Sprecher der baleraischen Sparkasse Sa Nostra. "Sie erwerben günstig und veräußern teurer." Läden dieser Art, die "tiendas de oro", seien Begleiter von Wirtschaftskrisen, sie boomen dann, wenn die Konjunktur flau ist. "Physisches Gold", also konkrete Barren oder Münzen wie den südafrikanischen "Krügerrand" und den "American Eagle" aus USA, kann man bei der balearischen Sparkasse nicht erwerben. Mit einer Ausnahme: Einmal im Jahr werden am ehemaligen Hauptsitz "Monte de Piedad" in Palmas Altstadt gegenüber der Sant-Francesc-Kirche Schmuckstücke versteigert. Hierbei handelt es sich um Pfandstücke, die von ihren Besitzern nach Ablauf der Frist nicht wieder eingelöst wurden. Häufig sind es Schmuckstücke, die mit Edelsteinen oder anderen Edelmetallen verziert sind. Waren, wie man sie auch beim Juwelier finden kann. In diesem Jahr versteigerte die Sparkasse rund 540 Pfandeinlagen im Wert von 230.000 Euro. Der Trend, dass Wohlhabende zum Schutz vor Inflation Teile ihres Vermögensdepots in Gold umschichten, hat sich auf Mallorca noch nicht bemerkbar gemacht, sagt der Sa-Nostra-Mitarbeiter. "Unsere Anleger sind konservativ und setzen auf traditionelle Werte wie etwa Immobilien." Wer dennoch indirekt in Gold investieren wolle, dem stünden sogenannte ETF-Produkte "Exchange Trade Fonds" zur Verfügung. Kunden erwerben dabei Wertpapiere mit Anrecht auf Gold, die konkrete Auslieferung des Metalls entfällt. Diese Produkte werden als risikoreich eingestuft, weil der Goldwert in diesem Geschäftsbereich sehr "volatil", also schwankend sei. Da braucht man also Nerven wie Drahtseile. Am besten aus Gold. |
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Mallorca, 2. September – Die von der Bundesregierung geplante Luftverkehrsabgabe soll „ab sofort” fällig werden. Das geht aus dem Gesetzesentwurf hervor, der am Mittwoch bekannt geworden ist und die Einführung der Flugsteuer zum 1. Januar 2011 vorsieht. Wer also einen Flug für 2011 von einem deutschen Flughafen nach Mallorca bucht, muss damit rechnen, die Acht-Euro-Abgabe nachträglich zahlen zu müssen.
Die Airlines kassieren die Steuer zwar vorerst nicht – sowohl bei Condor als auch bei Air Berlin waren am Mittwochnachmittag die alten Preise buchbar –, letztendlich aber wird der Kunde die Mehrkosten tragen. Condor zum Beispiel hat seine Geschäftsbedingungen bereits dahingehend geändert, dass die Abgabe auch noch nachträglich kassiert werden kann.
Aber: Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz noch zustimmen. Die Airlines vertrauen darauf, dass es dazu nicht kommt. Auch Mallorcas Tourismusbranche hofft, dass keine weitere Steuer die Urlaubskasse der Deutschen belastet.
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Bis zu 50 Exemplare des "Raor" dürfen pro Person und Tag gefangen werden. Voraussetzung ist ein Angelschein. Die Schonfrist dauert auf Mallorca vom 1. April bis zum 31. August. Auf den Märkten der Insel erzielt der Schermesserfisch Spitzenpreise. Bis zu 90 Euro lassen sich Feinschmecker das Kilo kosten.
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Mallorca, 2. September – Die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern von Stierkämpfen und anderen Spektakeln mit Tieren werden immer härter. In Fornalutx bei Sóller eskalierte am vergangenen Sonntag eine Kundgebung von Tierschützern gegen den sogenannten "Correbou" (Stierlauf) am Montag, 6. September. Eine Sondereinheit der Guardia Civil hatte Mühe, die Aktivisten vor der aufgebrachten Menge zu schützen und aus dem Ort zu geleiten.
Der "Correbou" ist der einzige Stierlauf auf Mallorca. Die Veranstaltung ist genehmigungsfähig, weil die Gemeinde auf eine mehr als 100-jährige Tradition verweisen kann. Beim "Correbou" wird ein Jungstier an Seilen, die an seinen Hörnen befestigt sind, durchs Dorf getrieben. Nach dem Event wird das Tier zum Schlachthof gebracht, das Fleisch später unter der Dorfbevölkerung verteilt.
Obwohl der Stierlauf weit weniger brutal ist als eine Corrida, protestieren Tierschützer seit Jahren dagegen. Allerdings ohne Erfolg. Verfolgt man die Medienberichte über die "Correbous", kommt man zum Schluss, dass ein Großteil der Einwohner von Fornalutx eindeutig hinter dem umstrittenen Brauch steht.
Das mussten auch die Aktivisten von "Anima Naturalis" erfahren, die für Sonntag eine Demonstration angemeldet hatten.
Die Tierschützer, etwa ein Dutzend, zeigten ein Transparent ("Basta!") und vor allem eine Performance: Ein schwarz angemalter Mann spielte den Stier, andere zerrten ihn an Seilen über die örtliche Plaça.
Die meisten der rund 200 Zuschauer reagierten wütend und formierten sich zu einer Gegendemo; die Stimmung wurde immer gereizter. Irgendwann flogen Eier auf die Tierschützer. Wiederholt wurden sie auch bespuckt.
Kritische Momente dann beim Abzug der Demonstranten. Die Guardia Civil musste ihnen den Weg regelrecht freiräumen. Wieder hagelte es Eier und andere Gegenstände. Es kam zu Handgemengen, dabei wurde mindestens einmal auch ein Schlagstock eingesetzt. Bei der Abfahrt schlug ein aufgebrachter "Correbou"-Befürworter die Rückscheibe eines der Autos der Tierschützer ein.
Bürgermeister Joan Albertí bedauerte die Zwischenfälle, ließ aber keinen Zweifel daran aufkommen, wem er die Schuld and der Eskalation gibt: "Die Demonstranten sind gekommen, um zu provozieren, sie haben sich über uns lustig gemacht. Wir brauchen niemanden, der uns sagt, was wir zu tun und zu lassen haben."
Ismael López von "Anima Naturalis" bezeichnete die Reaktion der "Correbou"-Anhänger als unverhältnismäßig. Im Gegensatz zu den Gegendemonstranten habe "Anima Naturalis" seine Kundgebung ordnungsgemäß angekündigt. Die Performance sei offenbar nicht verstanden worden.
Die Art der Demo ist aber auch unter Tierschützern umstritten. Baldea, der Dachverband von 14 Tierschutzorganisationen auf den Balearen, distanzierte sich gar von den Mitstreitern: "Anima Naturalis" habe auf eigene Faust gehandelt und dabei die Ratschläge von Baldea in den Wind geschlagen. Mit der Aktion sei die Arbeit von Jahren beschädigt worden.
Denn man habe zuvor erfolgreiche Gespräche mit der Gemeinde Fornalutx geführt – mit dem Ziel, Änderungen beim "Correbou" einzuführen. Gleichwohl seien die Gewalttätigkeiten nach der Performance natürlich durch nichts zu rechtfertigen, der Stierlauf generell abzulehnen.
Die aufgeheizte Stimmung ist auch vor dem Hintergrund des Stierkampfverbots zu sehen, das das katalanische Parlament kürzlich beschlossen hat. Die Entscheidung von Barcelona hat den Stierkampf-Gegnern in ganz Spanien Auftrieb gegeben, sorgt aber auch für immer heftigere Gegenreaktionen der "Aficionados".
Bei den Verhandlungen war es um den Manteltarifvertrag gegangen. Wichtigstes Ergebnis laut Air Berlin: die Angleichung der Arbeitsbedingungen der Air-Berlin-Piloten an das Niveau der zur Unternehmensgruppe gehörenden LTU.
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Mallorca, 2. September – Die deutschen Fans im Stadion in Son Moix, das ab sofort "Iberostar-Estadi" heißt, mussten sich lange gedulden. Als Real Madrid am Sonntag zu Gast bei Real Mallorca war, ließ Trainer José Mourinho Mesut Özil und Sami Khedira zunächst auf der Bank. Vielleicht ein Fehler.
Denn die Königlichen kamen gegen die Inselkicker nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. "Das Real-Team von ,Mou' erwies sich als ein Reinfall", schrieb die Sportzeitung "As".
Der Ex-Bremer Özil wurde in der 59. Minute eingewechselt, der frühere Stuttgarter Khedira kam ab der 70. Minute zum Einsatz. Die beiden deutschen Nationalspieler machten zwar nicht das Spiel ihres Lebens, sorgten aber wenigstens für frischen Wind.
Eines ihrer Zusammenspiele hätte beinahe zum Führungstreffer für die Gäste geführt: Khedira scheiterte acht Minuten vor Schluss nach einer Özil-Flanke mit einem Kopfball an Mallorca-Keeper Dudu Aouate. Es blieb beim torlosen Remis, das nach dem Abfiff von den Inselkickern und den Mallorca-Anhängern unter den mehr als 22.000 Zuschauern beklatscht wurde.
Ebenfalls in "As" (Mittwochsausgabe) berichtete José Mourinho, dass Özil und Khedira Verständigungsschwierigkeiten hätten. Der Trainer: Die beiden Deutschen haben kein leichtes Leben. Sie sprechen kein Wort Spanisch. Sie sagen ,buenos días' und 'hola', aber das ist auch schon alles."
Es sei schwierig, den beiden Anweisungen verständlich zu machen. Der Portugiese bemängelte zudem, dass Özil und Khedira nicht in das Team integriert seien. "Man muss Geduld haben und den beiden Deutschen Zeit geben."
Real-Mallorca-Trainer Michael Laudrup ließ gegen Madrid den aktuellsten Neuzugang der Saison erstmal auf der Bank: Fernando Cavenaghi kam erst nach der Pause. Am Donnerstag hatte der Klub den Argentinier, der viermal für die Nationalelf seines Landes zum Einsatz gekommen ist, präsentiert. Der Stürmer wurde von Girondins Bordeaux ausgeliehen.
Schon vor einiger Zeit zu Real gestoßen war der Holländer Jonathan de Guzman, der von Feyenoord Rotterdam kam. Vergangene Woche wurde zudem bekannt gegeben, dass die beiden Brasilianer Edson Ramos und Joao Víctor einen Vertrag erhalten. Sie hatten zuletzt beim FC Bunyodkor in Usbekistan gespielt. Ansonsten muss Michael Laudrup aus zurückgekehrten Ausleihspielern und dem eigenen Nachwuchs ein Team formen.
Die Fans hatten bis zum Schluss der Transferliste am Dienstag um 18 Uhr noch auf die eine oder andere namhafte Verpflichtung gehofft, dazu kam es aber nicht. Allerdings gab es noch einen Abgang: Alhassane Keita wurde an Valladolid ausgeliehen. Keita, der in der Saison 2005/06 als Kicker des FC Zürich Schweizer Torschützenkönig wurde, kam 2008 nach Mallorca, konnte sich aber nie richtig durchsetzen. Eigentlich wollte Real Mallorca auch noch den kamerunischen Nationalspieler Pierre Webó abgeben, der bleibt nun aber doch – zumindest bis zum Winter, wenn die nächste Wechselphase eingeläutet wird.
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Wer sich für das Rennen einschreiben will, der kann das im Internet auf dieser Seite tun: Klick (katalanisch). Infos kann man auch per Mail:david@sportmarketing.es anfordern.
Das Rennen beginnt um 9 Uhr am Schwimmbad von Alcúdia. Von dort aus geht es den Berg hinauf und wieder zurück zum Schwimmbad. Länge der Strecke: 128 Kilometer.
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Und auch der August war offenbar ein guter Monat. Der Hoteliersverband Mallorcas gibt die durchschnittliche Belegungsquote mit 95 Prozent an; das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Für den September erwarten die Beherberungsbetriebe eine Auslastung von 75 Prozent, zwei Punkte mehr als im Vorjahresmonat. Die Hoteliers beklagen allerdings nach wie vor, dass diese Zuwächse nur durch Sonderangebote erreicht wurden, die sich negativ auf den Ertrag auswirken werden.
Die Touristenausgaben insgesamt jedoch scheinen den negativen Trend durchbrochen zu haben. Im Juli gaben die Urlauber auf den Balearen einer staatlichen Studie zufolge 1'8 Milliarden Euro aus, 12'5 Prozent mehr als im Vorjahr – das erste Plus seit April 2009.
Demnach brachte jeder Inselurlauber im Schnitt täglich 119 Euro unter die Leute, 0'9 Prozent mehr als im Juli 2009 – und 32 Prozent mehr als die Urlauber in anderen spanischen Regionen.
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Mallorca, 2. September – Schon in dieser Woche hat für die ersten Schüler wieder der Ernst des Lebens begonnen: Am 1. September beendete die deutsche Schule „Eurocampus” die Sommerferien. Die übrigen internationalen Schulen, unter ihnen die Deutsche Schule „Viva” in Santa Ponça, das englische Colegio „BIS” (Baleares International School) in Magaluf und das „Bellver College” in Calamajor, starten den Unterricht am Montag, 6. September.
Schüler der spanischen Institute treten dann in der darauffolgenden Woche zum neuen Schuljahr an. Das bedeutet auch: Rund um die Colegios muss morgens und nachmittags wieder mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.
Hefte, Bücher, Stifte, neue Schuhe, Schuluniform, Sportanzug, Rucksack und Einschreibegebühren: Der Schulanfang bedeutet für Eltern nicht nur die Rückkehr zum geregelten Alltag, sondern vor allem wieder einen kräftigen Anstieg der monatlichen Kosten.
In diesem Jahr wird der Schulstart rund 5'5 Prozent teurer als 2009, und das obwohl viele Familien nach wie vor mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie ein genereller Preisanstieg zwingen dazu, für die Bildung noch tiefer ins Portemonnaie zu greifen als bisher.
Durchschnittlich 850 Euro pro Kind, so schätzen Verbraucherschutzverbände, kostet der Schulstart die Eltern auf den Balearen. Damit liegen die Inseln spanienweit an sechster Stelle. Am teuersten ist der Beginn des Schuljahres für Eltern in Madrid und Katalonien mit durchschnittlich über 1000 Euro pro Kind, am günstigtsen kommen demnach die Bewohner der Kanarischen Inseln mit rund 688 Euro davon.
Schulbücher müssen an allen Schulen gekauft werden, einige Gemeinden statten aber im Laufe des Jahres einen Teil der Kosten für die „Libros de texto“, die Lehrbücher, gegen Vorlage der Rechnung.
Ob es in Palma in diesem Jahr die finanzielle Hilfe wieder gibt, ist laut Rathaus noch vollkommen offen. Auch im Bildungsministerium gibt es darüber noch keine Auskunft. Falls, wie 2009, wieder rund 70 Euro pro Schüler fließen, so schließt dies auf jeden Fall die Besucher der privaten Schulen aus.
Ganz anders sieht dies in der Gemeinde Calvià aus. Hier wurde das Geld allen betroffenen Eltern schon Ende August gezahlt. Auch in der Höhe der Subvention ist Calvià Spitzenreiter: Vorschüler (Educación Infantil) erhalten 35 bis 65 Euro für Bücher, Grundschüler (Primaria) 110 bis 150 Euro, Mittelstufenschüler (ESO) sogar 200 bis 225 Euro pro Kind.
Verbraucherschutzverbände raten Eltern, besonders gut zu prüfen, was aus dem Vorjahr noch zu verwenden ist und die Kinder für Preisunterschiede zu sensibilisieren. Markenartikel seien teurer, aber nicht unbedingt hochwertiger als „No-Name-Produkte”.
Bei Büchern sei außerdem ratsam, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Bei großen Kaufhäusern gebe es oft günstigere Angebote als bei kleinen Buchhandlungen oder in der Schule. Vorsicht sei geboten bei Offerten wie „Jetzt kaufen – nächstes Jahr zahlen“. „Das verleitet dazu, unbedacht Geld auszugeben“, warnt Ileana Izverniceanu, Sprecherin der Verbraucherschutzorganisation OCU.